Voyeur Cup 2008

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Ede Kurve

Ede van der Saar fordert Juventus Urin
Hobbymannschaften kämpfen am Wochenende in Schafbrücke um den Voyeur Cup
Saarbrücker Zeitung, 20.06.08
Schafbrücke. Das vielleicht witzigste Fußballturnier für Hobbymannschaften in der Region steht wieder am Wochenende auf dem Programm: der Voyeur Cup. Kurz vor den Sommerferien treffen sich die Mannschaften auf dem Sportplatz in Schafbrücke – trotz der Fußball-Europameisterschaft. Anpfiff ist am Samstag um 10 Uhr. 15 Mannschaften treffen in den Gruppenspielen aufeinander: WSG Kosmos Frischauf Extraluft, The Fertschs, Hans n‘ Moses, Roter Stern in Gruppe A, KFK Meyer, Leipziger 52, Eckschwalben und Die Dunklen Sterne (Gruppe B), Küenzspor, Fubba Klan und SevenToNine – Die geilen Kerle (Gruppe C), Ede van der Saar, IFC (Iranischer Fußball Club), Juventus Urin und Falken 04 in der Gruppe D. Leider mussten die Satanischen Fersen in letzter Minute absagen. Deshalb hofft Organisator Bernd Rausch, dass sich noch eine 16. Mannschaft anmeldet. Neben dem Voyeur Cup erhalten die Sieger 50 Liter Pils, außerdem gibt’s wieder den Schattencup und den „Loser Cup“ für die Mannschaften, die früher ausscheiden. Trostpreise gibt es für die zweiten Sieger. Im Rahmenprogramm unterhält am Samstag um 16 Uhr ein Clown die Kinder. Und der Höhepunkt des Voyeur Cups ist am Sonntag um 12 Uhr: Dann treten Kinder gegen ihre Eltern an. Die Siegerparty des Fußball-Spektakels ist um 20 Uhr im Modul in der Kaiserstraße 4 in Saarbrücken. Die Veranstalter weisen noch einmal auf das Reglement hin: Der Voyeur Cup ist ein Hobbyfußballturnier. Die Mannschaften bestehen aus sechs Feldspielern plus Torwart/Torfrau und Reservespielern. red
Wer beim Voyeur Cup noch mitmachen will, meldet sich bei Bernd Rausch, Tel. (0178) 9320977, E-Mail: Rausch.B@web.de

Voyeur Cup 2008 oder auch Tore-Treffer-Talente-Top TRAUER Cup 2008
Der 23. Voyeur Cup ist (laut Veranstalter) ein gediegenes Fußballturnier für Freizeitmannschaften. Schau ma mal.
Da einige befreundete Mannschaften uns immer Tolles und Lustiges von diesem Turnier erzählten, nahmen wir 2008 das erste Mal teil. Unsere Gegner in der ersten Gruppenphase waren der „Iranischer Fußball Club“ (IFC), die „Falken 04“ und „Juventus Urin“.

Unser Auftaktspiel gegen IFC gewannen wir glücklich mit 3:0. Der IFC war eigentlich haushoch überlegen aber im Abschluss zu ballverliebt und zu leichtsinnig. Infolge dessen wurden sie eiskalt bestraft. Unser Lars erzielte von halblinks ein Traumtor: Schuss – Ball klatscht rechts an den Innenpfosten….. TTTooorrr. In Halbzeit zwei markierte Moritz von Oranien per Freistoß gekonnt mit der Schuhsohle aus 3,2 Meter das 2:0. Sieben Iraner auf der Torlinie waren chancenlos gegen diesen Kunstspitzel. Nach verzweifelten Wutangriffen der Iraner stand es ungewohnter Weise immer noch die Null bei den Oranjes. Es wurde verteidigt und geackert in der Staubwüste bis zur Erlösung kurz vor Schluss. Moritz von Oranien bekam den Ball in der eigenen Hälfte und machte sich auf und davon zum 3:0. Trotz der Abwehrspieler im Rücken und bei heißen Temperaturen behielt der Spieler mit der Rückennummer 4 einen kühlen Kopf und schaute den Tormann aus und schlenzte den Ball flach ins linke Eck.

Im zweiten Spiel kickten wir gegen den späteren Voyeur Cup Sieger „Juventus Urin“. Die sehr übermotivierten und aggressiven Pisser waren uns spielerisch überlegen. Die Vereinsspieler aus der saarländischen Pampa in den kloweißen Hemden stiegen nicht nur extrem hart und unfair in die Zweikämpfe ein, sondern pöbelten uns auch noch an. Schimpfwörter und Machosprüche, die allesamt unter die Gürtellinie gingen. Von wegen Fairness wird beim Voyeur-Cup groß geschrieben. Und die Schiedsrichterleistung… war zudem sozusagen auch ein „Griff ins Klo“.
Das hektische Fußballspiel war ein richtiges Kampfspiel. Durch eine geschlossene Mannschaftsleistung konnten die Oranjes allerdings ein 1:1 Unentschieden über die Zeiten retten. Nicht nur das Unentschieden wurde über die Zeit gebracht, sondern auch 14 heile Fußballerbeine. Torschütze für die Oranjes war per Strafstoß Capitano Hewethal.

Im letzten Gruppenspiel spielten wir gegen „Falken 04“. Falken 04 ging 1:0 in Führung. Letztendlich endete das Spiel aber 6:1 für Edwin van der Saar. Die blauen von Falken 04 waren Kanonenfutter für die spielerisch überlegenen Oranjes. Photobucket
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Als Gruppenerster qualifizierten wir uns somit überraschend für die Voyeur Cup Zwischenrunde. Unsere Gegner in der zweiten Gruppenphase waren nun „WSG Kosmos“ und „Küenzspor“. Zu erst kickten wir gegen die WSG. Die arrogante WSG hatte uns neulich noch das Bunte Liga Rückspiel abgesagt weil sie angeblich zu wenig Männer hätten, keine Zeit in ihrer Freizeit hatten und einen WG-Einkaufsbummel zu erledigen hätten. Ppfff, eine Schande für die Bunte Liga Saarbrücken. Was soll´s, ein Lothar Matthäus wird sich auch nicht mehr ändern.
Das Spiel gegen die WSG ging unglücklich 2:0 verloren. Ede macht das Spiel, kassierte aber zwei duselige Abstaubertore auf roter Erde. Die Torschützen für die WSG waren der Praktikant und Rudi Hoeneß.

Im nächsten Spiel ging es nun für uns um die Tofuwurst. Sieg oder Spielabbruch. Es wurde voll auf Sieg gespielt und 2:0 gewonnen. Wir machten Druck und wurden belohnt. Nach schönem Sololauf schoss Moritz von Oranien Abwehrspieler Carsten Hewethal scharf an. Der Ball prallte von Hewethals Brust aus einem Meter direkt ins Tornetz. Tormann und Küenzspor-Abwehr, chancenlos. Ein weiterer Höhepunkt der Partie war ein spektakulärer Luftschuß von der Ede sieben Sebastian. Frei vorm Tor semmelte er über die Kirsche. Das 2:0 kickte für die Edes ein Oranjespieler.

Damit war nach dem ersten Tag das weiterkommen erreicht. Wir standen völlig erschöpft und mit Bier in der Hand im Voyeur Cup Viertelfinale und blieben im Wettbewerb.
Unser Viertelfinalspiel war am folgenden Sonntag um 11 Uhr gegen die Eckschwaben aus dem Kurzen Eck. Mit schweren Beinen erkämpfte sich die Oranje-Jugend ein 0:0. Ein Sieg wäre auch drin gewesen aber Chancentod Restalkohol und Fehleinkauf Muskelkater vergeigten einige gute Torgelegenheit. Die Entscheidung musste nun im Siebenmeterschießen fallen. Und sie fiel auch. Die Eckschwaben gewannen und zogen ins Halbfinale ein. Sebastian und Zilinski waren am Punkt nicht nervenstark genug und verschossen knapp. (Fotos vom Siebenmeterkick hängen im Kurzen Eck.) Im Halbfinale war aber ebenfalls für die befreundeten Ecken Feierabend. Ede&Co verloren gegen den unbeliebten „Fubba Kahn“.

Im anderen Halbfinale rauften sich „SevenToNine (Die notgeilen Kerle)“ in den Deutschlandtrikots gegen Urin um den Einzug ins Finale. Urin gewann und traf im Finale auf Fubba Kahn. Das Finale war bla bla bla, Finale eben. Urin waren technisch überlegen, hatte mehr Spielanteile und siegte verdient mit 2:0. Nochmals Herzlichen Glückwunsch „Juventus Urin“!

Schatten Cup 2008
Nach dem wir im Viertelfinale des V. C. ausgeschieden waren, spielten wir nun im Viertelfinale des Schatten Cup mit, um den Einzug ins Halbfinale. Der Gegner im Schatten Cup Viertelfinale war wieder die WSG. Die WSG wurde dieses mal besiegt. Zilinski, Hewethal und Cyber mauerten in der Abwehr und Luftakrobat Sebastian und der pfeilschnelle Lars wirbelten im Sturm umher. Die eigentliche WSG Mannschaft ohne ihre Verstärkung aus den saarländischen Dörfern und Malstatt wurde mit 2:0 heim geschickt bzw. in den Loser Cup. Dort weigerte sich leider das Studententeam teilzunehmen und fuhr stattdessen wirklich heim. Sportgeist ist was anderes. Späterer Loser Cup Sieger wurden die sympathischen Iraner.
Photobucket IFC Abwehrchef

Im Halbfinale kam es zum Freundschaftsspiel gegen „Karate F. Klub Meier“. Bei uns war schon vor dem Spiel die Luft raus. Acht Spiele in zwei Tagen waren für uns Freizeitfußballer einfach zu viel. Wir gingen sang und klanglos gegen den KFK unter. Am Ende dieses fairen Spiels hieß es 3:0 für den KFK. Der KFK zog verdient ins Finale ein und wir konnten uns nun endlich voll dem Biertrinken widmen. Sieger des Schatten Cup wurde letztendlich „the Fertsch“ im Siebenmeterkicken. Tragische Figur im Schatten Cup Finale war der KFK Leistungsträger Michel der Bavaria. Er versiebte im Finale gleich zwei Siebenmeter. Voyeur Cup Premiere erfolgreich geglückt für die roten „the Fertschs“.

Das Voyeur Cup Wochenende war ein sehr schönes Wochenende. Wir von „Edwin van der Saar“ und sämtliche mitgereisten Ede-Ultras werden nächstes Jahr womöglich wieder dabei sein.
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Das Turnier war super organisiert, man hat viele bekannte Gesichter aus der Bunten Liga getroffen, es waren meistens faire Spiele, großer Spaßfaktor und das Wetter hat auch gehalten. Chapeau, liebe Turnierleitung. Etwas nervig war allerdings der Moderator, manchmal, aber nur manchmal, ist Schweigen auch Gold. Die Schiedsrichter sollten sich für das nächste Jahr außerdem mal Gedanken machen, ob sie nicht härter durchgreifen sollten. Es kann nicht sein, dass teilweise wir in der Kreisliga rumgeholzt und gemeckert wird. Lieber mal öfter pfeifen und Ruhe rein bringen statt die Gesundheit der Spieler unnötig zu riskieren, wegen ein paar Hitzköpfen.
Unvergessen und tragischer Höhepunkt am Voyeur Cup Wochenende war das Ausscheiden der Elftal im EM-Viertelfinale gegen Russland. Es war nicht nur das aus der Oranjes, sondern auch das Karriereende von Edwin van der Sar im Nationalteam. Ein Jugendidol geht, ein Stück gute alte Zeit ist zu Ende, ein neuer Lebensabschnitt beginnt. Jahrelange Begleiter in der großen weiten Fußballwelt – mit dem niederländischen Rekordnationalspieler ist man aufgewachsen. Unvorstellbar, dass wir Edwin van der Sar nie wieder bei einem großen Turnier sehen werden.
Nun geht Van der Sars große Karriere ohne Finalteilnahme in einem großen Turnier wirklich zu Ende. Seine größten Erfolge mit dem Nationalteam waren das WM-Halbfinale 1998 und die EM-Semifinale 2000 und 2004 – die ersten beiden gingen im Elfmeterschießen verloren.

Erinnern wir uns auch noch einmal an die schönen Momente zurück, an die Sternstunden mit Ajax in der Champions League 1995 oder an den Elfmeterkrimi von Moskau, als er im Champions-League-Final den entscheidenden Elfmeter gegen Anelka mit einer Glanzparade hielt und Manchester United zum Champions-League-Sieger machte.
„Ich bin sehr traurig für Edwin van der Sar. Ich wollte ihm ein schönes Ende seiner Karriere im Nationalteam bereiten“, erklärte der Bondscoach Marco van Basten. „Er ist so ein großartiger Torhüter“.
Auch wir von Edwin van der Saar sind sehr traurig über den Verlust.
Edwin, mach es gut, wir wollen keine Tränen sehen.
Hoffentlich kehrst du irgendwie wieder in unsere verrückte Fußballwelt zurück.
Vielleicht als Trainer, Sportreporter oder Skandal.

Und Ede, vergiss nicht eine Autobiografie zuschreiben.

Hup Hup,

Moritz von Oranien
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Carsten, Jana und Carsten von Ede